Ansprache vom 04.08.2001
Der Herr spricht: „Kommet alle her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Der Herr hilft uns, das Kreuz zu tragen, aber es ist so vorgesehen, dass auch wir gehen durch bitteres Leiden, auch durch Ungerechtigkeit, durch Falschheit, durch Intrigen. Er sagt nämlich: „Leget kein falsches Zeugnis ab wider euren Nächsten.“ Es war auch einmal ein Priester, über den hat man auch eine große Verleumdung ausgesprochen. Der Priester konnte sich gar nicht fassen. Und als er am Sterben war, kamen die zwei Verbrecher und sie baten um Verzeihung. Wie sagte der Priester: „Wenn ich ein Daunenbett ausschütte, könnt ihr alle Daunen wieder einsammeln.“ Da sagten die Verbrecher: „Nein, das können wir nicht.“ Da sagte er: „So wenig könnt ihr das wiedergutmachen.“
Und er sprach über das Dorf den Fluch aus, dass innerhalb von 20 Jahren kein Priester mehr dort darf aufstehen. Und so war es auch in Wirklichkeit. Er hat den Fluch ausgesprochen. Deshalb sagt der Herr: „Leget kein falsches Zeugnis ab wider den Nächsten.“ Aber man muss gehen auf dieser Welt durch harte Schläge. Der Herr sagt zu mir: „Es folgen Stiche, Wehen, Schmerzen.“ Die Tage sind heiß, die Nächte sind schwül auf dieser Welt, aber das ist unser Los auf Erden, das Kreuz ihm nachzutragen.
Er sagt: „Es soll euch eine Ehre sein, das Kreuz mir nachzutragen.“ So sind wir mit dem Herrn aufs Innigste verbunden, aufs Innigste vereint. Ich denke auch an die wunderbare Erscheinung mit einem ganz großen Engel mit dem Kelchglas in der Hand und er sprach zu mir: „Groß ist der Herr, sein Tun ist Weisheit und seine Gnade währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du, Helene, hast über die Hälfte von dieser Bitternis gelehrt. Und die letzten Tropfen sind die bittersten. Wenn du den Kelch ausgetrunken hast, holt der Herr dich heim. Wisse, auf dieser Welt sitzt du auf einem harten Stein.“
Liebe Geschwister, wenn wir ein Kreuz zu tragen haben, werden wir nicht unmutig, murren wir auch nicht wider Gott, den Herrn. Vereinen wir uns mit seinem bitteren Leiden, mit seinem Sterben. So sind wir auch dabei bei der Auferstehung unseres Herrn. Er ist wahrhaftig auferstanden aus der Grabesgruft und ist eingegangen zum Vater, um uns mit dem Vater zu versöhnen, uns mit dem Vater zu vereinen. Und bleiben wir doch in seinem Gewahr, bleiben wir fest an seinen heiligen Händen. Er meint es treu. Er meint es gut. Und wer kann uns trösten. Nur unser Herr. Das Leben ist eben beschwert durch manche Kümmernisse, die wir vorher gar nicht ahnen.
Und auf einmal steht das Schicksal vor der Tür. Und eine solche Härte sind wir gar nicht gewöhnt. Und doch, wir müssen durch durch diese Nacht. Ich sah so viele Dämonen rechts und links. Ich sagte: „Herr, ich fürchte mich, da kann ich nicht durch.“ Und er sagte: „Helene, das ist aber dein Weg. Ich aber stehe hinter dir mit meiner Kraft und Stärke.“ Ja, er hält uns ganz fest in dieser Weltfinsternis. Deshalb beten wir: „Herr, dein Wille geschehe immer und allezeit, wenn es auch schwer wird. Du meinst es aber gut, denn wir stehen ja in deiner Gnadenhut. Du allein bist gut.“
AMEN