Ansprache vom 02.12.2000
Liebe Geschwister, das Wort Gottes sei eures Fußes Leuchte und eures Weges Zier. Wie ist es doch so schön, dass wir einen Herrn haben, unsern Herrn Jesus, der gekommen ist ganz arm auf diese Welt, der gekommen ist im Stall von Bethlehem. Eine Futterkrippe war sein Lager. Aber dem Herrn hat es so gefallen, dass sein Sohn gekommen ist, und zwar in aller Demut und Niedrigkeit, geboren dort, wo das Vieh lagerte. Menschen haben ihre Türen fest verschlossen vor dem Herrn. Keiner hat der Familie geöffnet die Tür und die Tore. Bei dem Vieh fand der Herr Liebe, Verständnis und Wärme. Bei den Menschen leider nicht! Er hat gelitten vom Kinde bis zum Mann, bis zum Kreuzesstamm und er sagte schmerzlich: „Die Füchse haben ihre Löcher. Die Vögel des Himmels haben ihre Nester, aber der Menschensohn hat nichts, da er sein Haupt bergen kann.“ Liebe Geschwister, alles gehört doch dem Herrn. Und keiner hat ihn erkannt. Sie nahmen Abstand von ihm. Sein ganzes Leben war ein Martyrium. Überall hat man ihn verstoßen. Es waren nur wenige. Und auf diese wenigen konnte er sich auch nicht verlassen. Er hat seine Apostel gezogen aus dem ärmlichen Kreis. Petrus war ein armer Fischer, der Schwielen an den Händen hatte. Es war ein armer Arbeiter. Er hat ihn gerufen.
„Petrus“, sagte er, „Du wirst Menschenfischer werden.“ Ein großes Wort am Ort. Trotzdem konnte er sich auch gar nicht auf seine Jünger verlassen. Der eine hat ihn verraten. Der andere hat ihn verleumdet. Er hat ihn nicht anerkannt, hat ihn bloßgestellt vor einer Magd. „Ich kenne diesen Menschen Jesus nicht.“
Liebe Geschwister, dem Herrn tat das sehr weh, auch der Verrat, auch die Verleugnung. Gerade die engsten Mitarbeiter waren es, die sich an ihm stießen. Und so geht es auch hier bei uns in diesen Reihen. Ich dachte auch, diese oder welche halten fest zu mir in diesem Stande. Leider wurde auch ich enttäuscht und sie warfen Dreck auf das Haus und haben mich schwer angegriffen. Das wird so bleiben, solange man lebt auf dieser Erde. Aber der Herr hat gesagt: „Die Steine prallen an deinem Haus ab, Helene. Du packst sie alle die Widersacher, wie sie auch kommen. Die dir Gruben graben, die liegen schon in den Gruben.“ Und sie werden Zeit ihres Lebens nicht froh, wenn sie nicht in sich gehen. Und sie gehen leider nicht in sich.
Sie sitzen auf dem Pferde des Hochmuts, trotzdem sie fehlgegangen sind in diesem Leben. Der Weg Gottes, das ist ein harter, schmerzlicher Weg, aber doch voll Freude, weil der Geist Gottes Wohnung nimmt in unseren Herzen und Seelen. Er geht ja vor uns her. Er hatte das Schreckliche durchgemacht. Gerade von den eigenen Leuten, Bauleuten wurde der Eckstein verworfen. Wir sollen auch die Ruhe bewahren bei allen Angriffen, still sein, alles ertragen im Herrn. Er macht schon alles recht und gut. Sind wir doch vor dem Feinde stets auf der Hut. In Wirklichkeit greift der Feind an mit den Dämonen und der Herr lässt zu diese Angriffe, auf dass wir uns sollen durch die Angriffe bewähren. Nur in der Ruhe fließt die Kraft Gottes ein in unsere Herzen und Seelen. Und wir sind nicht allein.
Wenn wir gehen durch die Trübsal, durch Leiden, Anfechtungen, durch Schmerzen, so tröstet er uns auf wunderbare Weise. Ich sagte einmal zum Herrn: „Herr, der Weg ist mir zu schwer. Ich fürchte mich. Ich kann ihn nicht gehen.“ Er zeigte mir eine lange Straße. Die Straße war besetzt mit Dämonen. Ich sagte: „Oh, ich fürchte mich, ich traue mich nicht durch die Straßen.“ „Das ist dein Weg“, sagte er, „den musst du gehen. Ich stehe aber hinter dir mit meiner Kraft.“ Liebe Geschwister, er steht auch uns bei mit seiner Kraft und Stärke, was auch mag geschehen. Er sagt auch: „Wer die Welt mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.“ Lieben wir ihn doch aus dem ganzen Herzen, denn er gibt ja uns ein ewiges Leben in Freude und Herrlichkeit, so wir ihm dienen, so wir ihn aufnehmen und auch die Gebote einhalten. Liebet Gott über alles und liebet den Nächsten, wie ihr euch selbst liebet. Und er hat ein Leben geschaffen im Geiste, im Licht. Der Körper fällt in die Grube, aber der Geist steht auf und geht ein in das Licht des Herrn. Und wir werden unsern Herrn Jesus sehen, wenn wir ihm auf Erden nachgehen. „Und weinet nicht“, spricht er auch zu euch, „trauert auch nicht, so ihr angefochten werdet, so ihr auch gehet durch Leiden, durch Schmerzen, durch die Trübsal, durch Ungerechtigkeit, weinet nicht, denn sehet, ich bin bei euch alle Tage, bis an euer Ende. Vergesset das nicht. Und das Ende ist der Anfang einer neuen geistigen Wende.“ Sind wir mit unserm Herrn doch immer verbunden, immer mit ihm vereint, bis er uns abruft in die ewige Heimat. Gelobt sei unser Herr, gepriesen das große Opferwerk.
AMEN