Ansprache vom 29.08.1998
Liebe Geschwister, so ihr das Wort gerne höret und es auch befolget, wie sagt der Herr: „Die dürfen eingehen in den sonnigen Morgen, in das geistige Reich.“ Wie das Leben gestaltet ist, das ist keinem Menschen offenbar. Was ich erhalte, das sind Gnadenlebenszüge. Er sagt auch: „Was ich dir, Helene, verliehen, das wird nie mehr so geschehen.“ Wenn sie mich Hexe nennen, so soll man das in der Ruhe ertragen, denn den Herrn nannten sie auch einen Hexenmeister. Er sagt ja auch, dass die verfolgt werden, die er auserwählt. Aber wehe denen, die die Auserwählten verfolgen. Das kann Ewigkeiten dauern, bis die mal erlöst werden. Und die sie an den Pranger stellen in dieser Zeit, gerade auf diese, auf diese sind sie angewiesen. Wenn die nicht für sie beten, kommen sie Ewigkeiten nicht in das Licht. So ist der Weg Gottes, so geht der Weg.
Der Herr sagt: „Habet ihr Böses getan wider den lieben Nächsten, habet ihr ihn verleumdet, an den Pranger gestellt, so gehet erst zu ihm in dieser Zeit und bittet sie um Vergebung, dann erst kommet zu mir, wenn die euch vergeben können.“ Man kommt in diesem Leben nicht über den Dreck hinweg. Was heißt hier Vergebung? Jene gehen ja nicht in sich. Wie der Geist sagte: „Die Falschheit bleibt ihnen. Es sind die Kinder, die da Unkraut säen durch die schlechten Werke.“ Aber wehe ihnen, wenn die Schnitter kommen, wehe, wehe, ein dreifaches Wehe denen, die sich versündigen an den Auserwählten, die sich überhaupt versündigen an ihren Schwestern und Brüdern. Das Leben ist hart und schwer genug. Jeder muss an seine Brust schlagen und sagen: „Herr, sei mir armen Sünder gnädig!“, nicht bei andere gehen und dort schneiden und brennen, wenn man selbst belastet ist von Kopf bis Fuß. Das ist genauso, wie zwei in einer Kirche waren und beteten: „Herr, ich bin ja so gut, bin so froh, dass ich so gut bin.“ Und der andere sagte: „Herr, sei mir armen Sünder gnädig!“
Jesus sagt: „Gerade dieser ging gerechtfertigt nach Hause.“ Aber jener nicht. Die so an anderen schneiden und brennen, die sind Unkraut auf dieser Welt, sind Sünde, wenn sie sich nicht ändern, gehen sie Ewigkeiten durch ihre eigene Nacht. Wenn dann der Todesengel kommt, dann gehen sie vor Scham, möchten sie in den Boden versinken, wenn der Geist mit dem Körper in die Grube fällt. Das ist mit Beichten nicht getan, wenn man denkt, die Form zu hüten, zu bewahren, man kann den Nächsten schädigen, so viel man will. Man geht beichten und der Priester spricht Lossprechung, man gibt ein kurzes Gebet zur Strafe.
Oh nein, da geht der Herr nicht mit, das hat der Herr nicht gelehrt. Das sind nicht die Worte des Herrn. Nein, so ist unser Herr nicht. Er sagt: „Die Bosheit, die muss bestraft werden.“ Ich sah so viele Seelen, sie wollten alle in das Licht. Der Engel des Herrn stand da und er sagte: „Nicht einer von euch geht über die Grenze ohne Beschneidung, denn alle Bosheit muss gesühnt werden. Alles Finstere hat seinen Preis.“ Stellen wir uns das nicht so leicht vor. Wenn wir hier nicht leben in der Nachfolge unseres Herrn, wird sich das Tor des Himmels nicht öffnen. Wir können nur immer bitten und flehen: „Herr, halte uns ganz fest, dass es uns nicht an der Kraft gebricht.“ Und wer kann uns denn vergeben, etwa Menschen, die selbst nichts taugen, die sich Priester benennen und vergehen sich an den Kindern und streuen nur Unkraut in deren Herzen und Seelen, in der Unsittlichkeit. Ihnen ist ja selbst nicht vergeben.
Der Herr kann nur vergeben. Wie sagten damals die Schriftgelehrten: „Wer ist er denn, dass er sich anmaßt, die Sündenvergebung auszusprechen.“ Ja, er ist der Herr, der sein Blut hingegeben auf Golgathas Höhe, der sich für die Menschheit eingesetzt hat bis in den Tod am Kreuze. Er ist es, der uns vergeben kann die Schuld und der himmlische Vater hat ihm das Gericht übertragen. Er wird richten die Lebendigen und auch die Toten. Die Toten sind die, die nichts wollen wissen von ihm, die ihre satanischen Spiele hier treiben bis zum Ende. Die Lebendigen sind die, die da wissen, aber sie gehen den Weg nicht. Ohne den Weg der Nachfolge wird keiner eingehen in das Licht. Sind wir aber hier Licht, so gehen wir auch ein in das Licht. Wenn unsere Lampen glühen, das ist ein gutes Zeichen. Wenn der Bräutigam kommt und unsere Lampen brennen, so kommt er uns entgegen mit Freude und er schließt uns ein in seine starken Arme und nimmt uns mit in den Saal, in denen Hochzeitssaal, den er bereitet für die, die ihm folgen. Aber ohne seine Kraft wird es uns auch nicht gelingen. Unser eigenes Ich ist so klein, so winzig. Aber er verlangt von uns die Selbstüberwindung, die Selbstverleugnung, mithelfen, mitarbeiten, dann gibt er die Kraft, die es schafft. Er gibt auch mir die Kraft, dass ich noch meine tägliche Arbeit machen kann. Es ist ein Wunder. Der Arzt selber wundert sich darüber, dass ich das noch kann und dann die Predigten schreiben, den Menschen geben Tröstung, Erquickung, Stärkung. Gewiss muss man auch anhören die Verleumdungen, die Falschheit, aber der Herr stärkt die Menschen, die in seinem Dienste stehen. Er selbst wurde gestärkt vom himmlischen Vater.
Und dass er diesen grauenhaften Weg gegangen, das musste so sein, sonst wäre es ja nicht, sonst ständen wir ja alle Außen in der Dunkelheit Ewigkeiten. Wir aber werden nie verstehen, was der Herr auch für uns gelitten, wie er gelitten, wie er gekämpft, wie er gestritten. Wir werden nie verstehen das blutige Opfer, das Drama, was auf Golgatha geschah. Er ist nicht verehrt worden wie die Priester, nicht angebetet worden. Sie schrien allesamt: „Ans Kreuz mit ihm.“ Das war sein harter Weg, den er gegangen, auf dass wir Frieden finden in Jesu Christo, unseren teuren Herrn. Ihm sei Dank dafür ewig und immerdar. Knien wir uns nieder vor dem Kreuzaltar und bitten: „Herr, gib uns deinen Frieden, gib uns deinen Segen.“
AMEN